Geographie

Kulturelle Vielfalt


Kulturelle Vielfalt repräsentiert die verschiedenen Kulturen, die auf dem Planeten existieren. Kultur bedeutet die Gewohnheiten und Traditionen eines Volkes, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

So heben sich als repräsentative kulturelle Elemente eines bestimmten Menschen hervor: Sprache, Glaube, Werte, Sitten, Verhalten, Religion, Folklore, Tanz, Kochen, Kunst ua.

Was also eine Kultur von der anderen unterscheidet, sind die konstitutiven Elemente, die folglich den Begriff der kulturellen Identität ausmachen, dh das Individuum, das zu dieser Gruppe gehört, identifiziert sich mit den Faktoren, die ihre Kultur bestimmen.

Da kulturelle Vielfalt die Menge der existierenden Kulturen umfasst, sind es diese Identitätsfaktoren, die die Menge der in Kulturen vorhandenen symbolischen Elemente unterscheiden und die kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen verstärken.

Viele Forscher sind sich einig, dass der Globalisierungsprozess die kulturelle Vielfalt beeinträchtigt, da ein intensiver wirtschaftlicher und kultureller Austausch zwischen Ländern stattfindet, die häufig nach Homogenität streben.

Im Jahr 2001 wurde von 185 Mitgliedstaaten die Genehmigung erteilt, "Universelle Erklärung der UNESCO zur kulturellen Vielfalt", das als erstes Instrument die kulturelle Vielfalt der Völker und den interkulturellen Dialog bewahrt und fördert, wobei die Vielfalt als" gemeinsames Erbe der Menschheit "anerkannt wird.

Allgemeine Erklärung zur kulturellen Vielfalt

Angepasst von der Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur auf ihrer 31. Tagung am 2. November 2001.

IDENTITÄT, VIELFALT UND PLURALISMUS

Artikel 1
Kulturelle Vielfalt: Ein gemeinsames Erbe der Menschheit

Kultur nimmt im Laufe von Zeit und Raum viele Formen an. Diese Verschiedenartigkeit ist in den einzigartigen Charakter und die Vielzahl der Identitäten der Gruppen und Gesellschaften, aus denen die Menschheit besteht, eingeschrieben. Als Quelle des Austauschs, der Innovation und der Kreativität ist kulturelle Vielfalt für die Menschheit ebenso notwendig wie biologische Vielfalt für die Natur. In diesem Sinne stellt es das gemeinsame Erbe der Menschheit dar und muss zum Wohle gegenwärtiger und zukünftiger Generationen anerkannt und bestätigt werden.

Artikel 2
Von der kulturellen Vielfalt zum kulturellen Pluralismus

In unseren immer vielfältiger werdenden Gesellschaften ist es entscheidend, ein harmonisches Zusammenspiel von Menschen und Gruppen mit pluralistischen, vielfältigen und dynamischen kulturellen Identitäten und ihrer Bereitschaft zum Zusammenleben zu gewährleisten. Maßnahmen, die auf die Einbeziehung und Beteiligung aller Bürger abzielen, sind Garantien für den sozialen Zusammenhalt, die Vitalität der Zivilgesellschaft und den Frieden. Der so definierte kulturelle Pluralismus bringt die Realität der kulturellen Vielfalt politisch zum Ausdruck. Der kulturelle Pluralismus ist von einem demokratischen Umfeld nicht zu trennen und begünstigt den kulturellen Austausch und das Aufblühen kreativer Fähigkeiten, die das öffentliche Leben unterstützen.

Artikel 3
Kulturelle Vielfalt als Entwicklungsfaktor

Kulturelle Vielfalt erweitert die Auswahlmöglichkeiten für alle; Es ist eine der Quellen der Entwicklung, die nicht nur im Hinblick auf wirtschaftliches Wachstum verstanden wird, sondern auch als Mittel für eine zufriedenstellendere intellektuelle, emotionale, moralische und spirituelle Existenz.

KULTURELLE VIELFALT UND MENSCHENRECHTE

Artikel 4
Menschenrechte als Garant für kulturelle Vielfalt

Die Verteidigung der kulturellen Vielfalt ist eine ethische Notwendigkeit, die untrennbar mit der Achtung der Menschenrechte verbunden ist. Dies impliziert eine Verpflichtung zu den Menschenrechten und Grundfreiheiten, insbesondere zu den Rechten von Angehörigen von Minderheiten und indigenen Völkern. Niemand kann sich auf kulturelle Vielfalt berufen, um die durch das Völkerrecht garantierte Verletzung der Menschenrechte zu rechtfertigen oder deren Anwendungsbereich einzuschränken.

Artikel 5
Kulturelle Rechte als Rahmen für kulturelle Vielfalt

Kulturelle Rechte sind ein wesentlicher Bestandteil der Menschenrechte, die universell, unteilbar und voneinander abhängig sind. Das Aufblühen der kreativen Vielfalt setzt die uneingeschränkte Verwirklichung der kulturellen Rechte gemäß Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und Artikel 13 und 15 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte voraus. Jeder sollte daher in der Lage sein, sich auszudrücken und seine Arbeit in einer Sprache seiner Wahl und insbesondere in seiner Muttersprache zu erstellen und zu verbreiten. Jeder sollte das Recht auf qualitativ hochwertige Bildung und Ausbildung haben, die seine kulturelle Identität uneingeschränkt respektiert. und jeder hat das Recht, am kulturellen Leben seiner Wahl teilzunehmen und seine eigenen kulturellen Praktiken durchzuführen, unbeschadet der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten.

Artikel 6
Für den Zugang aller zu kultureller Vielfalt

Es muss darauf geachtet werden, dass sich alle Kulturen ausdrücken und bekannt machen können, während der freie Austausch von Ideen in Wort und Bild sichergestellt wird. Meinungsfreiheit, Medienpluralismus, Mehrsprachigkeit, gleichberechtigter Zugang zu Kunst und wissenschaftlichem und technologischem Wissen, insbesondere in digitaler Form, und die Möglichkeit des Zugangs aller Kulturen zu den Mitteln der Meinungsäußerung und Verbreitung, Sie sind Garanten für kulturelle Vielfalt.

KULTURELLE VIELFALT UND KREATIVITÄT

Artikel 7
Kulturelles Erbe als Quelle der Kreativität

Die Schöpfung hat ihre Wurzeln in der kulturellen Tradition, gedeiht aber im Kontakt mit anderen Kulturen. Aus diesem Grund muss das Erbe in all seinen Formen als Zeugnis menschlicher Erfahrungen und Bestrebungen erhalten, geschätzt und an künftige Generationen weitergegeben werden, um die Kreativität in all ihrer Vielfalt zu fördern und einen echten Dialog zwischen ihnen zu fördern die Kulturen.

Artikel 8
Kulturgüter und -dienstleistungen: Produkte wie keine anderen

Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen, die vielfältige Perspektiven für Kreation und Innovation eröffnen, sollte besonderes Augenmerk auf die Vielfalt der kreativen Angebote, die gebührende Anerkennung der Rechte von Autoren und Künstlern sowie die Besonderheit kultureller Güter und Dienstleistungen gelegt werden, die Als Träger von Identität, Werten und Bedeutungen können sie nicht als bloße Produkte oder Konsumgüter behandelt werden.

Artikel 9
Kulturpolitik als Katalysator für Kreativität

Die Kulturpolitik sollte den freien Verkehr von Ideen und Arbeiten gewährleisten und gleichzeitig günstige Bedingungen für die Produktion und Verbreitung verschiedener kultureller Güter und Dienstleistungen durch die Kulturindustrie schaffen, um sich lokal und global durchsetzen zu können. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Staates, unter gebührender Berücksichtigung seiner internationalen Verpflichtungen seine Kulturpolitik zu definieren und mit den von ihm für angemessen erachteten Mitteln umzusetzen, sei es durch operative Unterstützung oder durch angemessene Regulierung.

Kulturelle Vielfalt und internationale Solidarität

Artikel 10
Aufbau globaler Kreativ- und Verbreitungskapazitäten

Angesichts der derzeitigen Ungleichgewichte im weltweiten Verkehr und Austausch von Kulturgütern und -dienstleistungen ist es notwendig, die internationale Zusammenarbeit und Solidarität zu stärken, damit alle Länder, insbesondere Entwicklungs- und Transformationsländer, lebensfähige und wettbewerbsfähige Kulturindustrien auf dem Weltmarkt etablieren können nationaler und internationaler Ebene.

Artikel 11
Partnerschaften zwischen öffentlichem Sektor, privatem Sektor und Zivilgesellschaft

Marktkräfte allein können den Erhalt und die Förderung der kulturellen Vielfalt, die für eine nachhaltige menschliche Entwicklung von grundlegender Bedeutung ist, nicht garantieren. Aus dieser Perspektive sollte das Übergewicht der öffentlichen Politik in Partnerschaft mit dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft bekräftigt werden.

Artikel 12
Die Rolle der UNESCO

Die UNESCO hat aufgrund ihres Mandats und ihrer Funktionen folgende Aufgaben:

(a) Förderung der Einbeziehung der in dieser Erklärung dargelegten Grundsätze in die Entwicklungsstrategien, die in den verschiedenen zwischenstaatlichen Gremien festgelegt sind;
b) als Referenzstelle und Forum dienen, in dem Staaten, internationale Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor zusammenkommen können, um gemeinsam Konzepte, Ziele und Strategien für die kulturelle Vielfalt auszuarbeiten;
c) Fortsetzung der normativen Definition, der Sensibilisierung und des Kapazitätsaufbaus in den Bereichen im Zusammenhang mit dieser Erklärung, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen;
d) Zur Erleichterung der Umsetzung des Aktionsplans, dessen Hauptpunkte dieser Erklärung beigefügt sind.


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