Die Geschichte

Über Hitlers Tod kamen erneut Zweifel auf


Es gibt einige Zweifel an Hitlers Tod. Informationen über den gefundenen Schädel bestärken die Vorstellung, dass der Diktator der Belagerung Berlins entkommen ist.

Ein Schädelfragment, von dem angenommen wurde, dass es Adolf Hitler gehört, ist eigentlich der Schädel einer unbekannten Frau im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Informationen, die aus einer Studie der Universität von Connecticut in den USA hervorgingen, weckten Zweifel am Tod des Naziführers.

Ein Teil des Schädels, der eine Schussmarke aufweist, wurde verwendet, um die Theorie zu unterstützen, dass Hitler Zyanid nahm und sich in seinem Berliner Bunker erschoss, als sich die sowjetischen Truppen im April 1945 näherten.

Fragen, wie der Diktator starb, einschließlich Spekulationen, dass Hitler entkommen war, blieben jahrzehntelang bestehen. Das Fragment, das im Jahr 2000 erstmals im Moskauer Bundesarchiv als einzigartiger Kriegspokal ausgestellt wurde, erfüllte die Russen mit Stolz.

Zusätzlich zum Schädel berichteten sowjetische Truppen, dass sie Hitlers Kiefer exhumiert hatten und dass die Identität der Überreste durch eine Untersuchung seines Zahnbogens bestätigt worden war.

Der Archäologe und Knochenspezialist Nick Bellantoni vermutete sofort, dass der Schädel aufgrund der Knochenstruktur einer Frau gehörte. Ihre Kollegin Linda Strausbaugh, Direktorin des Zentrums für Angewandte Genetik der Universität, erklärte sich bereit, eine DNA-Analyse durchzuführen, wenn sie eine gute Probe entnehmen könne. So reiste Bellantoni nach Moskau, wo er die Erlaubnis erhielt, eine DNA-Probe zu entnehmen.

Im Mai nahm sein Team die Arbeit am Labor der Universität von Connecticut in Storrs auf. Anfangs dachten sie, der schlechte Zustand des Schädels würde die Forschung untergraben. "Was uns gezeigt wurde, war der Teil, der verkohlt war. Feuer ist einer der großen Feinde, um DNA-Beweise zu erhalten", erklärte Linda.

Der Schädel war bei Raumtemperatur gelagert worden, was auch die DNA beschädigte. Das Innere des Fragments wurde jedoch nicht verbrannt, und die Menge des erhaltenen Materials lag innerhalb des Bereichs, den DNA-Proben haben sollten, sagte er.
Das Ergebnis war erstaunlich. "DNA hat bestätigt, dass es eine Frau ist", fügte er hinzu.

Die Enthüllung erfolgte in einem neuen Dokumentarfilm des History Channel mit dem Titel "The Hitler Escape", der die Idee aufgreift, dass der deutsche Diktator der Belagerung Berlins entkommen könnte.

Linda Strausbaugh stellt klar, dass ihre Analyse nichts über Hitlers Schicksal beweist und nur zeigt, dass der ihm zugeschriebene Schädel jemand anderem gehört.
Laut dem Holocaust-Historiker Christopher Browning, Professor an der Universität von North Carolina in Chapel Hill, ändern die Testergebnisse nichts an dem Konsens, dass Hitler im Bunker gestorben ist.

Browning wies auch darauf hin, dass Historiker nicht nur auf den Bericht der sowjetischen Truppen vertrauen. Es gibt auch Ermittlungen, darunter eine von britischen Geheimdienstoffizieren, die Zeugenaussagen über die Leichen von Hitler und seiner Geliebten Eva Braun gesammelt haben.

"Nichts davon hängt von der angeblichen Gültigkeit eines von den Russen gehaltenen Körpers oder Schädels ab", sagte Browning. "Wenn History Channel sagt, dass dies alles, was wir seit 1945 wissen, in Zweifel zieht, gibt es falsche Informationen."

Nach Angaben der Sowjets seien die Überreste, die Hitler und Braun sowie Joseph Goebbels und seine Frau und seine Kinder zugeschrieben werden, mehrfach umgezogen, sagte Brown. "Das Problem bei vielen dieser Proben ist, dass sie nicht richtig gelagert wurden", sagte Linda.

Wenn mehr DNA-Proben von Familienmitgliedern erhalten würden, die im Bunker starben, könnten die Relikte ihre Geschichte erzählen. Derzeit sei die Identität des Schädels in den Moskauer Archiven ein Rätsel, beklagte Linda.

Quelle: AFP und R7
08.10.09
Bildnachweis: AFP